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PRESSE KRITIKEN

Ohne Proben nach Oben


Viel Spaß auf Zuruf
(Kölnische Rundschau vom 25.01.10)

Von HANNA STYRIE, 24.01.10, 19:29h
Anke klöppelt, Valerie schießt Tauben, Jürgen kann Kühe melken, singen und reimen, und auch die weiteren vier Kandidaten empfehlen sich durch recht spezielle Talente für die...
HÜRTH. Anke klöppelt, Valerie schießt Tauben, Jürgen kann Kühe melken, singen und reimen, und auch die weiteren vier Kandidaten empfehlen sich durch recht spezielle Talente für die Teilnahme an einem „Casting für Tollkühne, Zukurzgekommene und sonstige liebenswerte Loser“. Ein solches veranstalteten „Die Improvis“ bei ihrem ersten Auftritt unter dem ironischen Titel „Ohne Proben nach oben“. Dabei sorgten die Improvisationstalente des Jungen Theaters Hürth im Löhrerhof für viel Vergnügen.

Ursula Armbruster hatte als energische Moderatorin Ilona ihre muntere Truppe fest im Griff. Anke Fassbender, Larissa Golland, Sarah Heinrigs, Jürgen Henschel, Julia Herting, Valerie Simons und Marlis Tebbe waren bei allen Spielchen und Szenen mit Lust und Laune bei der Sache.

Sie bewiesen gleich zu Anfang Witz und Geistesgegenwart, als es darum ging, einen Liebesbrief zu formulieren, in dem die Begriffe Schwimmbad und Dampflokomotive vorkommen mussten. Die hatten die gut aufgelegten Zuschauer beigesteuert, die den Akteuren manche Nuss zu knacken gaben. Köstlich war das ABC-Spiel, das sich um das Thema Einparken rankte; ausgesprochen amüsant auch das Expertengespräch über „Duftreisschwämme“. Hier tat sich einmal mehr Jürgen Henschel hervor.

Bei der beliebten „Diashow“ glänzte dann Julia Herting in der Rolle einer Biologin, die anhand lebender Bilder erklärt, was passiert, wenn Stinktiere am Nordpol auf Eisbären treffen. Für den geistreichen Stehgreif-Vortrag bekam sie einen Sonderapplaus.

Damit war freilich der Höhepunkt des Abends auch schon vor der Pause erreicht: Die zweite Hälfte dümpelte ein wenig belanglos vor sich hin. Manch Szene hätte deutlich mehr Tempo vertragen können. Jürgen Henschel überzeugte noch einmal mit seinem Liebeswerben in Reimen, die er locker aus dem Ärmel schüttelte. Deutlich schwächer fiel das Ratespiel um ein Sprichwort aus. Dennoch ist den „Improvis“ insgesamt ein amüsanter Abend gelungen.

Eine weitere Vorstellung findet am 20. Februar um 19.30 Uhr in der Galerie am Schloss in Brühl statt. Karten gibt es im Internet.


Ohne Proben nach oben

Von Frank-Uwe Orbons, 25.01.10, 12:27h, aktualisiert 25.01.10, 16:28h (KSTA)
http://www.rhein-erft-online.ksta.de/html/artikel/1264185770268.shtml

Die „Improvis“ sind sieben junge Schauspieler, die ihre Erfahrungen beim Theater Hürth gesammelt haben und nun mit einem komplett auf Zuschauerzuruf improvisierten Stück auf die Bühne treten.
Das Paarungsverhalten von Stinktieren am Nordpol, beobachtet von einem Eisbär. Solch komische Szenen entstehen, wenn die Improvis aus Hürth nach dem Wunsch des Publikums spielen. Im Hürther Löhrerhof gelang dies.

Hürth - Sie nennen sich „Improvis“. Sieben junge Liebhaber der Schauspielerei, die bereits vielfältige Erfahrungen beim Jungen Theater Hürth gesammelt haben. Nun stehen sie nach zweijähriger intensiver Vorbereitung vor ausverkauftem Haus im Löhrerhof mit einem flexiblen Projekt, das in den vergangenen Jahren immer mehr Anhänger gefunden hat.

Das Zauberwort heißt Improvisationstheater, was so viel bedeutet wie auf die Bühne zu gehen, ohne vorher zu wissen was geschehen wird. Die Schauspieler lassen alles live und ungeprobt aus der Fantasie entspringen, was das Publikum vorgibt.

Über den Abend verteilt wird so eine Vielzahl verschiedenster Szenen präsentiert. Es ist der alte Theatertraum der Identität von Autor und Interpret. Und darüber hinaus. Das Werk entsteht im Moment der Aufführung. Was früher, zu Zeiten der Commedia dell'arte noch als Stegreifspiel nach bestimmten Rahmenvorgaben vor sich ging, bedarf heute eines Spielleiters.

Am Samstag war dies die Schauspieltrainerin Ursula Armbruster von der Comedia Colonia, die die Improvis ausbildet. Als osteuropäische Moderatorin Isabella Bohlenskaja hatte sie die Spielformen in ihrer Hand und überließ dem Publikum die inhaltlichen Stichworte. Von der Gruppen- bis zur Einzelimprovisation spielten die Teilnehmer Anke Fassbender, Larissa Golland, Sarah Heinrigs, Julia Herting, Valeria Simons, Marlies Tebbe sowie der einzige männliche Mitwirkende Jürgen Henschel von nahezu gleicher Qualität.

Hintergründig

Wobei insbesondere Herting und Henschel durch ihre witzigen und hintergründigen Extempores auffielen. Kurze Szenen wie ein Bewerbungsgespräch in einem Baumarkt, das Paarungsverhalten von Stinktieren am Nordpol, ein Paar, das sich alphabetisch streitet oder gereimt anbetet, Sprichwortraten, Ein-Wort-Moderationen oder auch ein Liebesbrief, bei dem jeder Mitspieler immer nur ein Wort einwerfen darf, sind ein Rezept, das Zielgruppen dem Theater näherbringen kann, die eigentlich dem Schauspiel fernstehen. Dass diese kuriosen Fälle natürlich zum größten Teil urkomisch sind, das ist ein Verdienst der neuen Improvisationskünstler.

Das nächste Mal sind die Improvis am 20. Februar 2010 um 19.30 Uhr in der Galerie am Schloss in Brühl zu erleben.

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